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Korsika 2008 |
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Eine Autoreise zur "Insel der Schönheit" |
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Reisedaten: |
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Zeitraum: |
29.03.2008 - 18.04.2008 (absolute Vorsaison) |
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Hin-/Rückreise: |
Fürth - Livorno - Bastia - Livorno - Fürth |
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Fortbewegung vor Ort: |
Eigener PKW, Fähre (Moby Lines, MS Vincent) |
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Übernachtungen: |
im Zelt auf Campingplätzen (Wildzelten ist auf Korsika verboten) |
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Aktivitäten: |
Wandern, Kajakfahren, Stadtbesichtigungen |
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Bücher/Karten etc. |
Korsika - Marcus X. Schmid - Michael Müller Verlag (ISBN 978-3-89953-290-6) Karte: Reise Know How - Korsika 1:135 000 Wandern auf Korsika - DUMONT aktiv (ISBN 978-3-7701-5534-7) ADAC Tourset (sehr empfehlenswert für den Einstieg und als Überblick) ADAC-Campingführer Süd-Europa (nicht zu empfehlen, enthält zu wenig Plätze, Infos zu Öffnungszeiten teils unkorrekt) |
Anreise | Calvi | Bonifacio | Die Autonomiebewegung auf Korsika | Canta u Populu Corsu | Messerschmiedekunst | San Michele
Wanderung Monte San Petrone | Wanderung zu Korsikas höchsten Dörfern | Campen auf Korsika | Dolmen und Menhire
Mündung des Ostriconi-Flusses | Cap Corse | Paddeln an Korsikas Küste | Korsika-Kaleidoskop
Als wir diese Reise planten, war uns klar, dass wir von der Jahreszeit her einen "Tick" zu zeitig in Korsika unterwegs sein würden. Der Frühling hatte gerade erst Einzug gehalten und der Monte Cinto, Korsikas höchster Gipfel (2706 m) würde noch im üppigen Schneekostüm zu bewundern sein. Für den berühmten "GR 20" absolut zu früh! Und ob Wind und Wellen das Kajakfahren ermöglich würden, mal sehen... Wir packten dennoch voller Vorfreude unsere sieben Sachen und machten uns mit unserem nagelneuen Nissan X-Trail auf die 3.700 km lange Rundreise.
Wir fuhren ohne Zwischenübernachtung von Fürth nach Livorno. Laut ADAC beträgt die reine Fahrzeit 8:45 Minuten für rd. 930 km. Wir brauchten mit Pausen ca. 11 1/2 Std. und hatten dank des Sonntagsfahrverbots und der Nachtfahrt kaum LKWs und keine Staus auf der gesamten Strecke. Um 5 Uhr morgens standen wir dann k.o. aber glücklich am Kai der Mobyline-Reederei in Livorno und konnten noch ein Nickerchen bis zum Einchecken machen. Um 9.00 Uhr legte die Moby Vincent dann ab.
Die 4 Stunden Fährüberfahrt von Livorno nach Bastia waren bei schönstem Wetter und ruhiger See entspannend und ein wunderbarer Start in unseren Urlaub.

"Moby Vincent" Moby Vincent

Korsikas schneebedeckte Gipfel sind schon zu erkennen

Zahlreiche Cafés vor der historischen Kulisse von Bastia
Wir hatten unser Ticket über das Internet gekauft. Wer Hin- und Rückfahrt fest bucht profitiert von satten Preisnachlässen. Umbuchen ist dann allerdings passé! Auch die Vorsaison kam uns finanziell zu Gute!
Bastia begrüßt uns mit frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein. Wir können nicht umhin, nach dem Ausschiffen erst einmal in einem der zahlreichen Terrassencafés an der Hafenpromenade einzukehren.
Der "Mohrenkopf" mit weißer Stirnbinde begegnet uns in Korsika auf Schritt und Tritt. Es ist das immer noch gültige Symbol des korsischen Unabhängigkeitsstrebens.

Appell zum Widerstand
Bis auf eine kurze Periode unter Korsikas Nationalhelden Pasquale Paoli stand Korsika stets unter "fremder Besatzung" und auch Korsikas berühmtester Sohn, Napoléon Bonaparte, benutzte sein Inselvolk letztlich ausschließlich für die zentralistischen Machtansprüche Frankreichs. Nachdem zunächst die Handelsstädte Pisa und Genua ihre Interessen auf Korsika mit Macht durchsetzten, hielt Mitte des 18. Jhd. die französische Herrschaft Einzug...
... und bis zum heutigen Tag wehren sich die Korsen gegen die Pariser Zentralgewalt. Häufig mit Demonstrationen, manchmal mit Plastiksprengstoff. Allein zwischen 1973 und 1998 wurden 8760 Anschläge gezählt. Touristen sind dabei noch nie verletzt worden, weil Ziele und Zeitpunkt der Anschläge fernab des Tourismus stattfanden.
Die Handschrift der Autonomisten ist auf Korsika allgegenwärtig. Besonders gut eignen sich als Zeugen des Protests die zweisprachig ausgeführten Orts- und Straßenschilder. Die französischen Ortsnamen werden häufig unkenntlich gemacht.

Dieser Künstler wählte für Korsikas Symbole einmal eine andere Aufmachung!


FLNC - verbotene korsische Separatistenpartei

keine Vorfahrt für Frankreich
Waffen gibt es auf Korsika natürlich jede Menge - und man benutzt sie nicht nur zur obligatorischen Wildschweinjagd!

Durchschuss
Eine herausragende Gruppe auf Korsika ist die 1976 gegründete Formation "Canta u Populu Corsu". Ihre Gründerväter haben es sich zur Aufgabe gemacht, das bis dahin beinahe vergessene musikalische Erbe Korsikas wieder zu beleben und Musik als Medium für die Selbständigkeitsbewegung zu nutzen. Typisch für Korsika sind die polyphonen Gesänge, die auch à capella gesungen werden können. Heute vereint diese Musik Jung und Alt und ist Ausdruck des wieder erstarkten korsischen Selbstbewusstseins. Es bedarf sicher keiner Erwähnung, dass alle Lieder in korsischer Sprache gesungen werden!
Selbstverständlich sind Canta u Populu Corsu nicht die einzigen Musiker Korsikas. Als weiteren Tipp können wir z.B. "I Muvrini" empfehlen, die auch international sehr erfolgreich sind.

Veranstaltungsplakat

Canta u Populu Corsu - geballte Sangeskunst mit politischem Anspruch

Dazwischen wird Prosa vorgetragen -
für uns leider nicht zu verstehen - Dem Publikum gefällts!
Wir hatten das Glück, die Gruppe live im Kino von Propriano (Westküste) erleben zu dürfen. Die Atmosphäre lässt sich kaum beschreiben. Neben der musikalisch hervorragenden Darbietung war es eine Mischung aus Stolz, Wehmut, Liebe und Spiritualität, die die Künstler mit ihrem Publikum binnen kürzester Zeit verband.

Alle Mitglieder der Gruppe sind hervorragende Sänger

Patriotismus und Begeisterung bei Jung und Alt
Unser DVD-Tipp
Canta U Populu Corsu
au Bataclan
(Erschienen: 1.1.2007)


Auch auf Korsika gibt es hervorragende Messerschmiede. Wir entdeckten das Hinweisschild von Kevin Muzikar kurz hinter der Ortschaft Piana (Westküste, südl. von Porto). Die Werkstatt ist von der Straße aus kaum zu sehen, denn das Haus ist an einen Hang gebaut. Für Messersammler ein echter Tipp!

Kevin bearbeitet die noch rot glühende Klinge

Traditionelle korsische Messer - Unikate, Schmuckstücke und Alltagsgegenstände in einem

Monika und Kevin
Besucher sind in der Werkstatt herzlich willkommen und können bei allen Fertigungsschritten zusehen. Natürlich zeigt uns Kevin auch gerne seine Messersammlung und erklärt die Besonderheiten der einzelnen Exponate. Beachtlich ist die Vielfalt, von Klappmessern verschiedener Ausführungen über Stilettos bis hin zu Messern mit Damaszenerklingen, reicht die Auswahl. Kevin fertigt sogar aus alten Hufeisen Messer!
Hier seine Internetadresse:

An der Bandschleifmaschine erhalten die Klingen ihren
Schliff

Die Herstellung der
Horngriffe ist eine langwierige Prozedur
Das unterste Messer hat Uwe ausgewählt.
Kevins Pflegetipp: wenig Kontakt mit Wasser, stattdessen mit Olivenöl pflegen!
Hoch über dem Meer auf einen Kreidefelsen gebaut, von tiefem Blau umspült (und teils auch unterspült), von einer wuchtigen Mauer umfasst und so zusätzlich geschützt, liegt Bonifacio vor uns. Eine der imposantesten Stadtanlagen ganz Korsikas und zudem die südlichste Stadt Korsikas. Von hier aus wäre es ein "Katzensprung" nach Sardinien.

Bonifacios Altstadt ist auf einem mächtigen Kreidefelsen errichtet, an dem der Zahn der Zeit nagt - die Überhänge gelten als abbruchgefährdet
Bonifacios glanzvollste Zeiten sind zwar vorbei. Ajaccio, Bastia, Porto-Vecchio und Calvi haben ihr längst den Rang abgelaufen.
Doch für Touristen hat diese Stadt nach wie vor eine große Anziehungskraft. Die einzigartige Lage am korsischen Südkap, die wehrhafte Festungsmauer, die Kreidefelsen an tosender Küste und die malerischen Gassen in der Oberstadt machen den Reiz Bonifacios aus.

Enge Gassen laden zum Bummeln ein

In der Vorsaison wirkt die Stadt allerdings ziemlich leer. Wie man im Reiseführer lesen kann, ist der Bevölkerungsschwund in der Altstadt von Bonifacio ein echtes Problem und würde wohl ohne die Touristenmassen im Sommer noch drastischere Ausmaße annehmen. Sehr schade!
An sakralen Bauten hat Korsika im Vergleich zu anderen Ländern nicht sehr viel zu bieten. Doch die Kirche San Michele bei Murato ist ein wirkliches Kleinod und lässt sich mit einer halbtägigen Rundfahrt durch das Nebbio-Gebiet wunderbar verbinden. Die Rundfahrt startet in Saint-Florent und führt über Murato und Oletta.

San Michele bei Murato - die Kombination von dunkelgrünem Schiefer mit hellem Kalkstein ergibt ein auffälliges Muster
Besonders eindrucksvoll sind die Verzierungen und der Skulpturenschmuck an den Fassaden sowie der von zwei Säulen getragene - und im 19. Jahrhundert aufgestockte - Turm. Die Ornamente und Verzierungen aus frühchristlicher Zeit zeigen zwar naive figürliche Darstellungen, jedoch mit beeindruckender Symbolkraft.

Skulpturenschmuck an einer Fassade

Zwei Bestien bedrohen das Lamm Gottes
"Über den Kastanienwäldern der Castagniccia erhebt sich der
Monte San Petrone, von dem man über Korsikas zentrale Gebirgskette bis nach
Italien blicken kann". So steht es zumindest in unserem Wanderführer "Wandern auf Korsika"
von DUMONT aktiv
(ISBN 978-3-7701-5534-7).
Am Col de Prato (korsisch: Col der Partu) parken wir unser Fahrzeug und brechen
frohen Mutes auf...

Obwohl wir in der Castagniccia sind - der Weg führt hier durch alten
Buchenwald
Der Col de Prato befindet sich an der D71 auf halbem Weg zwischen Ponte Leccia und Piedicroce

Auf dieser Wanderung war alles bestens markiert!

Route
Diese Wanderung ist sehr gut markiert. Leider sind die Schweine noch nicht in zu bestaunen, die Koben sind leer. Denn in der Castagniccia werden Hausschweine in den Sommermonaten in den Wäldern gehalten, wo sie sich an Wurzeln, Kastanien etc. satt fressen.

Nicht zu übersehen - wenn auch orthographisch nicht ganz einwandfrei!
Ab 1500 m beginnt die geschlossene Schneedecke. Wir sinken teils bis zu den Knien ein. Zu allem Überfluss ziehen Schneewolken auf, die jede Aussicht unmöglich machen und den Gipfel in Nebel hüllen.

Das Wetter wird zunehmend schlechter

Das war's mit der schönen Aussicht bis nach Italien
Mit 1767 m Höhe und seiner Lage im Osten der Insel wäre der San Petrone ein Aussichtsberg mit Sicht bis nach Italien gewesen. Doch wir hatten gerade mal Sicht bis zum Gipfelkreuz und seinem in Stein gehauenen Schutzheiligen!

Calvi - Blick von der Oberstadt auf die Unterstadt mit Hafen

Jachthafen - im Hintergrund die weißen Gipfel des korsischen Hochgebirges

Ein Café au lait mit Aussicht - beides lecker!
Calvi wirkt besonders vom Wasser aus mit seiner mächtigen Zitadelle sehr imposant (siehe das Panoramafoto am Anfang unserer Korsikaseite!). 24.000 englischen Kanonenkugeln sollen diese Mauern getrotzt haben! Auch heute noch beherbergt die Zitadelle rund 1200 Mann der französischen Fremdenlegion. Aber das sollte uns Touristen nicht abschrecken, die Oberstadt mit ihrer Zitadelle sowie die Unterstadt mit zahlreichen Restaurants und Cafés zu "erobern".
Die San Petrone Tour konnte unsere Wanderfreuden nur kurzfristig trüben und wir brachen erneut zu einer Wanderung auf, die uns zu den höchsten Dörfern Korsikas, auf über 1000 m Höhe liegend, führen sollte.

Die Paglia Orba (2525 m) - das korsische Matterhorn
Ausgangspunkt dieser 5,5 Std. Wanderung war der Ort Albertacce, im Parc Naturel Regional de Corse im Golo-Tal gelegen. Die Wegführung bis zur ersten Ortschaft, Calasima, ist abwechslungsreich und führt durch überwiegend bewaldete Hänge, über ein Flüsslein und teils durch dornenbewehrtes Gestrüpp zur Ortschaft. In Ortsnähe begnen uns ausgewilderte Hausschweine. Die Wegmarkierung ist gut.

Von Albertacce über Calasima und Poggio di Lozzi zurück nach Albertace

Über eine alte Brücke führte der Weg zu einer Mühle

Durch die Bäume erkennt man bereits Calasima

Sch...öne Macchia

Kirche von Calasima

Hier ticken die Uhren noch langsamer
Die im Wanderführer angekündigte Bar von Calasima gibt es zwar leider nicht mehr, doch wir hatten genügend Marschverpflegung dabei, um uns für den zweiten Teil unserer Rundwanderung stärken zu können. Und diese Stärkung war auch dringend erforderlich, wie sich herausstellen sollte!

Gasse in Calasima - und nirgends eine Kneipe!

Der höchste Aussichtspunkt ist mit 1380 m erreicht - und auch die Wegmarkierungen sind da!
Uwe's Laune rutschte bei der mühsamen Suche nach dem
Weg merklich in den Keller, zumal
der Himmel zuzog und die fotografische Ausbeute dadurch auch noch abnahm.
Der zweite Teil der Route führte uns durch zunehmend unwegsames und steiniges Terrain. Und - das war echt enttäuschend - die Wegmarkierungen ließen sehr zu wünschen übrig! Die Streckenführung geriet zunehmend zum heiteren Ratespiel. Mal fanden wir Steinmännchen, dann wieder nicht, mal war die Wegmarkierung vorhanden, dann waren die orange farbigen Tupfen wieder unauffindbar...

Muflons oder korsisch Muvrini (Bergziegen)

In dieser schönen Landschaft wahrlich keine arme Sau
Die Ortschaft Poggio Lozzi haben wir relativ zügig passiert, zumal es auch hier keine Einkehrmöglichkeit gab. Der Rückweg nach Albertacce führte uns dann auf landwirtschaftlichen Wege vorbei an alten Kastanienplantagen.
Auf unserem Rückweg begegneten uns auch wieder frei herumlaufende Hausschweine. Sie führen hier auf Korsika ein wahrlich glückliches Dasein und das schmeckt man selbstverständlich auch in den hervorragend zubereiteten korsischen Gerichten oder in den korsischen Wurstspezialitäten, die ihresgleichen suchen.
Wie bereits erwähnt, waren wir noch in der Vorsaison in Korsika unterwegs. Da Wildzelten wegen der Waldbrandgefahr in ganz Korsika verboten ist, waren wir täglich auf einen Campingplatz angewiesen. Leider ist das Angebot an offenen Plätzen in der Vorsaison eher mäßig und wenn ein Platz offen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass schon die Spuren des Winters beseitigt sind, die Sanitäranlagen gereinigt werden, etc. Ein paar positive und negative Beispiele führen wir an dieser Stelle gerne auf! Übrigens: auch der ADAC-Campingführer Südeuropa war bezüglich der Öffnungszeiten nicht stets "up to date", da waren die Angaben in unserem Reiseführer vom Michael Müller Verlag (Auflage 2007) schon genauer! Die Preise schwankten für 2 Personen, Zelt und Auto zwischen 16 und 24 € pro Nacht. Nicht immer stand die Anzahl der Sterne der Plätze im direkten Zusammenhang zum Preis!

Unser Terrassenplatz in Porto mit herrlicher Aussicht auf das Gebirgsmassiv der Calanches (Westküste)
Überfüllte Campingplätze braucht man in der Vorsaison nicht zu fürchten und auch die Temperaturen waren bereits zum Zelten optimal. Für die kühleren Nächte, insbesondere im Gebirge, sollte man einen ausreichend warmen Schlafsack mitnehmen. Auf Moskitoschutz etc. kann man noch getrost verzichten!

Hier wird der typische Coppa (Schinken) zum Abendbrot vorbereitet

Frühstück mit Croissants im Zelt - da fängt der Tag gut an!
Unser Tipp:
Vom korsischen Fremdenverkehrsamt gibt es einen Campingführer "Campings
Corsica" (www.visit-corsica.com).

Eine Gute-Nach-Lektüre sollte nicht fehlen
"Campita", in der Nähe von Corte und Ponte Leccia, 20236 Francardo (im Herzen der Hochalpen); besonders unter Wildwasserkajakern bekannt, der Besitzer spricht deutsch; einfache, naturbelassene Anlage, aber alles top in Schuss und sauber; www.campita.fr
"Arinella-Bianca", bei 20240 Ghisonaccia; 4****-Platz mit allem drum und dran; in der Vorsaison (zum Glück) keine Animation, direkt am Sandstrand; alles tip-top gepflegt; an der Rezeption wird deutsch gesprochen; www.arinella-bianca.com
"Camping d'Olzo", bei 20127 Saint Florent (Nordküste); top gepflegt, täglich Bestellung von frischen Backwaren, Besitzer sind Italiener und sprechen Englisch und Französisch; www.campingolzo.com
"La Pinède", in 20260 Calvi; großer Platz in einem Pinienhain, alles top in Schuss, freundliche Rezeptionskräfte, sprechen Englisch; www.camping-calvi.com
"Les Oliviers", in 20150 Porto (Westküste); sehr sympathische Anlage, sogar mit Swimmingpool, man spricht Englisch, www.camping-oliviers-porto.com
"Camping des Iles", bei 20169 Bonifacio; weitläufiger Platz mit sehr modernen Sanitäranlagen; Französisch sprechend; www.camping-desiles.com
"Camping Tikiti" bei 20110 Propriano; katastrophaler Zustand der Sanitäranlagen und des Küchenblocks. Nach einem dezenten Hinweis bezügl. der Sanitäranlagen, zeigte sich der zunächst sehr freundliche Platzwart von einer ganz anderen Seite.
Camping "Ras l'Bol" bei 20113 Olmeto; keine Beleuchtung des Platzes und der Sanitäranlagen am Abend, alles noch nicht wirklich für die Saison vorbereitet; man nimmt das Geld der ersten Camper eben mal so mit
Wann der erste Mensch den Fuß auf die Insel setzte, bleibt ein Geheimnis. Sicher ist, dass Korsika zu den ältesten Siedlungsgebieten im Mittelmeer zählt. Etwa 4000 v.Chr. entwickelten die Menschen der Megalith-Kultur Bestattungsriten. Auf Steinkistengräber in Erdhügeln folgten Dolmen, die ebenso wie ihre Vorgänger als Massengräber fungierten.
Menhire wurden entweder einzeln als Solitäre oder in Reihen aufgestellt, oft mit gemeißelten Waffendarstellungen. Forscher vermuten, die prähistorischen Bildhauer hätten sich so der Kräfte der getöteten Feinde bemächtigen wollen. Um 1500 v. Chr. errichteten dann die Torreaner geschichtete Steinrundbauten. Erst im 20. Jhd. wurde diesen archäologischen Funden die angemessene Beachtung geschenkt...

Dolmen von Fontanaccia
... und Touristen können zwischenzeitlich z.B. auf der "Straße der Menhire" die verschiedensten prähistorischen Fundstätten aufsuchen.

Überlebensgroße Steinskulpturen

Nicht jeder "Hinkelstein" steht noch so toll da wie dieser Prachtkerl
Besonders in der Abendstimmung geht von den Menhiren eine Faszination aus. Bei den Alignements von Palaggiu wurden über 250 Menhire aufgestellt; viele davon sind allerdings im Laufe der Jahrtausende umgefallen und wurden von der Vegetation überwuchert. Dennoch sehenswert!
Korsika ist eine Insel für Sportbegeisterte. Es gibt kaum eine Outdoor-Disziplin, die man hier nicht betreiben könnte. Wir hatten unsere Seekajaks mitgenommen, um insbesondere die herrliche Westküste auch vom Wasser aus bewundern zu können. Allerdings war uns klar, dass es besonders hier mit Wind und Wellen oftmals sehr "problematisch" werden könnte. Besonders faszinierte uns die Revellata-Halbinsel bei Calvi. Sie steht unter Naturschutz. An der schroffen Westseite gibt es eine Grotte, die man bei günstigen Witterungsverhältnissen vom Wasser aus erreichen kann. Hier wollten wir unser Paddelglück versuchen!


Bucht im Golf von Calvi
Nachdem wir am Vortag bereits die Gegebenheiten vor Ort erkundigt hatten und eine geeignete Stelle zum Einsetzen unserer Kajaks entdeckt hatten, waren wir tags drauf guten Mutes, dass uns eine Erkundung der Halbinsel Revellata im Golf von Calvi vom Kajak aus gelingen könnte.
Was sich leider als sehr tückisch in diesen Gewässern herausgestellt, sind die rasch auffrischenden Winde. Die exponierte Lage im Westen, insbesondere das Fehlen von vorgelagerten Inseln, führt dazu, dass sich sehr rasch Wellen aufbauen, die für Kajakfahrer zu einer echten Herausforderung werden.
Und schnell war es passiert. Beim Queren einer kleinen Bucht führte die Konstellation von starken Böen um die 6 Bft. und seitlichen Wellen zum Kentern ...
Wir setzten zwar unsere Paddelei noch fort, aber die Lust auf eine Umrundung der Revellata-Halbinsel war im wahrsten Sinne des Wortes wie "weggeblasen".

Der Wind und die Welle sind zu stark
Was den Segler freut, treibt dem Paddler Kummerfalten auf die Stirn! Starke Windböen und Schaumkronen auf den Wellen. Im Frühjahr auf Korsika ist das leider keine Seltenheit. Wir konnten den Einsatz unserer Kajaks an einer Hand zählen! An der Ostküste waren die Verhältnisse zwar gemäßigter, aber der landschaftliche Reiz auch.

Na ja ...

Windstärke 5!
Übrigens, die Wassertemperaturen rechtfertigen einen Trockenanzug durchaus!
Die "Désert des Agriates" im Norden Korsikas breitet sich auf 160 Km2 zwischen Saint Florent und der Mündung des Ostriconi-Flusses aus. Da kaum erschlossen, ist dieses Gebiet ein wichtiges Rückzugsgebiet der Tierwelt.

Mündung des Ostriconi
Am Ostriconi-Strand mündet der gleichnamige Fluss in das Meer, nachdem er zunächst durch die Roselière mäanderte. Das permanente Spiel von Wind und Wellen hat aus dem feinen Sand des Strandes stattliche Dünen geformt.

Strandspaziergang

Alles in Bewegung?

Das Leuchtfeuer auf der Insel La Giraglia markiert den nördlichsten Punkt
"L'isula di l'isula" nennen die Korsen das nördliche Ende ihrer Insel, das wie ein ausgestreckter Finger der alten Schutzmacht Genua entgegen weist. Für die Erkundung der gut 100 km langen Strecke um das Cap sollte man mindestens einen Tag einrechnen. Wegen des Lichtes fahren Fotografen gegen den Uhrzeigersinn!

Windräder alter und neuer Prägung

Einer der zahlreichen Genuesentürme, die es auf der Umrundung des Cap Corse
zu entdecken gilt
Die Fahrt auf kurvenreicher Piste nimmt ihre Zeit in Anspruch. Hier gilt das Motto: der Weg ist das Ziel. Zahlreiche Ortschaften laden zu einem kurzen oder längeren Stopp ein. Erbalunga, ein Postkarten-dorf, ist längst kein Geheimtipp mehr. In der Vorsaison jedoch ist das kein Problem!

Erbalunga - idyllisch am Meer gelegen mit Genuesenturm
Die Küste ist hier oben steil und wild. Die Straßen schmiegen sich an den Fels und geben herrliche Ausblicke frei. Mitunter findet man Kiesstrände, an denen sich die Wellen mit Wucht brechen. Sandstrände sind auf der Halbinsel kaum anzutreffen.

Herrlicher Ausblick garantiert!

Historische Windmühle
Wir gaben dem Cap Corse den Beinamen "Kap der Winde". Es zog wie Hechtsuppe und wir kämpften stellenweise heftig gegen den Wind an.
Seit jeher nutzt man hier oben die Windenergie. Der ultramoderne Windgeneratorenpark am Col de la Serra steht im spannenden Kontrast zu der liebevoll restaurierten Windmühle "Moulin Mattei", übrigens benannt nach einem korsischen Kräuterlikör!
Die Aussichtsplattform der Moulin Mattei ist ein absolutes Muss! Von hier aus bietet sich ein großartiges Panorama über die gesamte Nordspitze des Kaps bis hin zur Giraglia-Insel.

Herrlicher Panoramablick auf das Bavella-Massiv und die
Ostküste der Insel
Mit einigen fotografischen Impressionen möchten wir unsere Korsika-Seite abrunden. Die Vielfalt dieser Insel lässt sich nur schwerlich auf ein paar Bilder und Kommentare reduzieren. Wir hoffen, die Fotos machen Lust, die "Insel der Schönheit" selbst zu erkunden!
Die Insel wird von einem Gebirgszug von Nordwest bis Südost durchzogen. Im Norden begeistern die Hochtäler des Asco und des Niolo, im Süden ist es das Bavella-Massiv. Der berühmte Fernwanderweg GR 20 führt über die gesamte Gebirgskette und hat hochalpinen Charakter. Korsikas höchster Gipfel, der Monte Cinto, ist 2706 m hoch. Doch allein schon die Fahrt auf kurvenreichen Straßen, in steilen Fels gehauen, gewährt unvergessliche Einblicke in tiefe Schluchten und imposante Ausblicke auf majestätische Gipfel.

Straße im Ascotal mit Blick auf Korsikas höchste Gipfel
Zum Strand bei Punta di Ficajola gelangen wir über eine enge und steile Straße, die bei Piana im Herzen der Calanche abzweigt. Ca. 15 Min. geht es dann zu Fuß weiter. Wer diese "Mühen" auf sich nimmt, kann sicher sein, einen ruhigen Platz zum Ausspannen und Relaxen gefunden zu haben.

Einsamer Strand "Punta di Ficajola" bei Piana
Im Gegensatz zu anderen Mittelmeerinseln herrscht auf Korsika auch in den Sommermonaten keine akute Wasserknappheit. Im Frühjahr ist die Fahrt durch die Flusstäler natürlich am reizvollsten und vor allem für Kajakfahrer ist das Frühjahr die Saison schlechthin. In der Region um Corte gibt es einige Wildwasserflüsse, an die sich nur Geübte wagen sollten. Hinweisschilder am Golo warnen zudem vor Flutwellen und starker Strömung, wenn das Kraftwerk ohne Vorankündigung Wasser vom Stausee in den Fluss ableitet.

Alles ist im Fluss... Kajakfahrer im Asco
Zwischen Piana und Porto in Korsikas Nordwesten, tut sich eine steinerne Märchenwelt auf, die Calanche. Bizarre Granitspitzen leuchten, je nach Sonnenstand, in Ocker- bis Purpurtönen. "Taffoni" - zu deutsch "Löcher" nennen die Korsen die Höhlen und Aussparungen, die Wind und Wetter über die Jahrhunderte in die steilen Felsen genagt haben.

Herzfelsen - in der Calanche sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt

Straße in der Calanche
Auf der engen Straße, die durch die Calanche führt, bilden sich im Sommer Blechkarawanen, die ein Vorankommen nur im Schritttempo ermöglichen. Doch zum Glück gibt es hier auch hervorragende Wandermöglichkeiten, ganz ohne Stau!
◄ Bitte den horizontalen Balken verschieben ►
Dort, wo Flüsse die Handelswege behinderten, bauten bereits die Genuesen massive Steinbrücken, die die Jahrhunderte überdauerten. Typisch für diese Architektur ist ein "Anstieg" zu beiden Seiten. Die Brückenmitte ist zugleich der höchste Punkt des Bauwerks und bildet eine "Spitze".

Die alte Genuesenbrücke überspannt seit Jahrhunderten den Golo bei Ponte Leccia
Beim Anblick der in mit Steinen verzierten Brunnen fühlen wir uns ein Stück in unsere fränkische Heimat zurückversetzt. Dort gibt es die berühmten "Osterbrunnen", die zur Osterzeit mit bunten Eiern und frischem Grün herausgeputzt werden und die Bedeutung des Lebenselixiers "Wasser" in unserer Heimat symbolisieren. Ob die Korsen ihre Brunnen auch zu besonderen Anlässen schmücken?

Brunnen
Die Einflüsse Frankreichs zeigen sich auf Korsika in
verschiedenster Weise. Nicht nur Baguette, Croissants und Milchkaffee
findet man überall auf der Insel - auch d a s Freizeitspiel
der Franzosen - Boule - ist allerorten anzutreffen. Und jeder noch so
kleine Ort kann einen gepflegten Bouleplatz aufweisen. Übrigens: dieses
Spiel wird überwiegend von Männern gespielt. Typisch Franzose oder typisch
Macho?
(Moni Gschmarri)

Eine ruhige Kugel schieben...
Das Bergdorf Levie liegt in der Alta-Rocca, dem südlichen Bergland Korsikas. Hier scheinen die Uhren noch langsamer zu gehen. Man nimmt sich Zeit für einen Plausch oder ein Gläschen Pastis - das korsische Nationalgetränk (Anisschnaps). Und wenn Touristen vorbeischauen, findet man sicher ein paar freundliche Worte. Im Museum von Levie gibt es übrigens ein beachtliches Exponat zu bestaunen: das älteste Menschenskelett Korsikas (10.000 Jahre alt)

Freundlicher Plausch
Mit dieser Abendstimmung von Calvi schließen unsere Reiseimpressionen von Korsika. Wir freuen uns über Einträge in unserem Gästebuch. Gerne können Sie diese Seite auch anderen Reisebegeisterten weiterempfehlen. Vielen Dank!
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Stand: 22.02.09 |
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