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Australien 2007 |
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Melbourne - Kosciuszko National Park - Canberra |
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Melbourne ist die
Hauptstadt des Bundesstaates Victoria. Sie ist mit ca. 3,4 Mio. Einwohnern nach
Sydney
die zweitgrößte Stadt Australiens. Mit einer Ausdehnung von 6.100 km2
gehört sie flächenmäßig zu den
größten Städten der Welt. (Berlin hat nur 884
km2) Die eigentliche City ist dagegen nur eine Quadratmeile
groß.
Wer Melbourne erkunden möchte, sollte dies ohne Auto tun. Die City-Tram
ermöglicht es Touristen, alle Sehenswürdigkeiten kostenlos anzusteuern. Sie
umrundet die Innenstadt und man kann die Fahrt jederzeit unterbrechen. Die im
Schachbrettmuster angelegte Innenstadt macht ein Verlaufen nahezu unmöglich. Wer
allerdings, wie wir, nur einen Tag Sightseeing eingeplant hat, kann nicht mehr
als einen ersten Eindruck von dieser Multi-Kulti-Metropole erlangen.

Skyline von Melbourne

Eine Schulklasse verlässt den Shrine of Remembrance

Flinders Street Station mit dem Eureka Tower im Himtergrund
Einen sehr guten Blick auf die Skyline von Melbourne hat man von der oberen Ebene
des "Shrine of Remembrance".
Der Shrine of Remembrance ist eine Gedenkstätte für die
Gefallenen der beiden Weltkriege und beheimatet auch ein aufwändig gestaltetes
Informationscenter. Der Anzac-Day am 11. November hat für die Australier einen
hohen Stellenwert. Er wird mit großem Zeremoniell begangen.
Die meisten Stadterkundungen beginnen am Federation Square,
unweit der Flinders Street Station (Hauptbahnhof). Dort ist auch das
Visitor-Center untergebracht.
Übrigens: die gesamte Tourist-Info wird von "volunteers" gemanagt, also
Freiwilligen, die sich unentgeltlich hinter den Info-Tresen stellen. Wir wurden
von Hans, einem vor 40 Jahren ausgewanderten und zwischenzeitlich pensionierten
Hamburger sehr ausführlich und kompetent beraten.
Seit November 2004 ist die Skyline Melbournes um ein Highlight
reicher. Der Eureka Tower ist mit 300 m (92 Stockwerke) das höchste
Wohngebäude der Welt.
http://www.eurekatower.com.au

Weihnachtlicher Straßenschmuck

Die
Rialto-Towers spitzen hinter historischen Häuserfassaden hervor - glass meets
stone
Das viktorianische Zeitalter prägt auch heute noch Melbournes Stadtbild. Zum einen durch die wunderbare Fassade der Flinders Street Station. Zum anderen kann man noch wie zu Zeiten Queen Viktorias durch die mit Ornamenten und Mosaiken reich verzierte Royal Arcade flanieren.
Doch gerade der Kontrast von moderner Stadtarchitektur und historischen Häuserfassaden macht den Reiz Melbournes aus, besonders bei so herrlichem Wetter. Da bleibt wenig Zeit für die zahlreichen Museen Melbournes. Wir wollen die Stadt erleben und die Ausblicke genießen!

Royl Arcade

Shoppen wie zu Zeiten Queen Viktorias
Die Rialtotowers: 253 m (Bj. 1986)
Im Gegensatz zum Eureka Tower führt das Observationdeck im 55. Stock der Rialto Towers ins Freie. Das ist für Frischluftfanatiker und Fotografen gleichermaßen von Vorteil. Allerdings ist für ausreichend Sicherungsmaßnahmen gesorgt: der Außenbereich ist komplett vergittert!

Blick vom Observation Tower zum Yarra-River und EurekaTower

Entsprechend
eingestaubt und erschöpft kommen wir im Koscziuszko N.P. am Bushcampingplatz Tom
Groggin an.
Doch der Anblick einer ganzen Herde grasender
Kängurus weckt augenblicklich unsere Lebensgeister wieder. Wir kommen mit dem Zählen
der Tiere kaum nach!

Känguru-Herde im Kosciuszko NP

Känguru im Kosciuszko NP
Es gibt verschiedene Arten von Kängurus. Die Tiere, die wir hier beobachten konnten, sind rote Riesenkängurus. Sie werden bis zu 1,60 m groß und wiegen dann bis zu 70 kg. Sprünge von 8 m sind keine Seltenheit. Der kräftige Schwanz dient übrigens als "5. Bein". Wenn sich die Kängurus auf die Hinterläufe aufrichten, dient er als Stütze.

Wir werden beobachtet!
Die kleineren Vertreter der Kängurus heißen Wallabies. Wir trafen sie z.B. auf Griffith Island (South Australia) oder im Palm Valley (Northern Territory).

Känguru mit Nachwuchs
Kängurus sind "die klassischen Beuteltiere Australiens". Das Junge kriecht gleich nach der Geburt als Winzling in den Beutel. Dort bleibt es ca. 9 - 10 Monate und wiegt zwischen 2 und 4 Kilo. Es ist amüsant zuzuschauen, wie die Kleinen in und aus dem Beutel der Mutter klettern. Die langen Beine sind da meistens im Weg!
Man schätzt, dass es 20 Millionen Kängurus in Australien gibt (bei nur 18 Millionen Australiern). Der größte Feind - zumindest der Riesenkängurus - ist der Mensch und im speziellen das Automobil. Die kleineren Wallabies müssen zusätzlich den Kampf mit Hunden, Katzen, Füchsen uns sonstigen Räubern fürchten.

Mt. Kosciuszko - 2228m

Schneefeld am Mount Kosciuszko
Der Koscziuszko N.P. und die Snowy Mountains sind das hochalpine Eldorado Australiens. Im Winter Skiregion erster Güte, erfreuen sich im Sommer zahlreiche Touristen an den gut erschlossenen Wanderwegen. Der Mt. Koscziuszko ist der höchste Berg Australiens. Ausgangspunkt für Wanderungen ist die Ortschaft Thredbo.

Dieses Bächlein wird weiter unten zum mächtigen Snowy River
Auch wenn wir hier in hochalpinen Regionen unterwegs sind. Das Wort "Berg" muss in Australien neu definiert werden. Australien ist der älteste Kontinent dieser Erde. Die Natur hatte also genügend Zeit, an den ehemals hohen Bergmassiven zu arbeiten und ihre Gipfel abzuhobeln. Entsprechend unspektakulär kommt auch Australiens höchster Berg, der Mount Kosciuszko mit seinen 2228 m daher. Dennoch: das Wetter hier gilt als sehr wechselhaft und tückisch. Selbst im Sommer muss man mit Schneefällen rechnen!

Uwe, im Hintergrund (Mitte) der Mt. Kosciuszko
An diesem herrlichen Sonntag nutzten neben uns auch zahlreiche Mountainbike-Freaks den Sessellift zur Mittelstation. Wie sich herausstellte, fanden regionale Ausscheidungen statt. Die "wilden Kerle" und Mädels aller Altersklassen kamen aus Canberra und Umgebung.
Es machte Spaß zuzusehen, wie die Mountainbiker auf einem speziell gesteckten Parcours den Hang hinunterdonnerten. Gebremst wurde nur im absoluten Notfall!

Lift

Biker
Wir hätten sicher noch länger zusehen können, wenn da nicht die Weiterfahrt nach Canberra gewesen wäre... Und Strecken sollte man in Australien nie unterschätzen!

Biker in Action
Von Melbourne gibt es verschiedene Wege, den Kosciuszko N.P. anzusteuern. Wir entschieden uns für die etwas "abenteuerliche" Variante, die Great Alpine Road, die durch das Tal des Tambo River nach Omeo (alte Goldgräberstadt) führt und dann über Carryong nach Khancoban. 70 km Staub schlucken waren uns gewiss, denn hinter Benambra fing die Gravelroad an.
Achtung:
Jedem Fotografen sei angeraten, sein Equipment staubdicht zu verpacken. Der feine Staub zieht ins Fahrzeuginnere. Objektivwechsel unter diesen Bedingungen ist nicht zu empfehlen. Jeder Digitalfotograf kennt das Problem mit dem verschmutzten Sensor.


Feinster Staub
Auf Canberra, die Hauptstadt Australiens, trifft der Spruch
"wenn sich Zwei streiten, freut sich der Dritte" zu.
Nachdem sich
Sydney und Melbourne permanent um die Vormachtstellung rangelten, und man im
angehenden 20. Jhd. für das vereinte Australien eine Hauptstadt brauchte, hat
man schlussendlich 1908
eine
Retortenstadt aus der Traufe gehoben. (Gewisse Parallelen mit Wellington
in Neuseeland sind unverkennbar.) Canberra bedeutet in der Aboriginalsprache "der Treffpunkt". Die Planungsgeschichte
Canberras liest sich ähnlich zäh wie der Bau der berühmten Sydney Opera. Es
dauerte Jahrzehnte, bis sich endlich was entwickelte. Interessant auch, dass
1988 bereits das 2. Parlamentsgebäude eingeweiht wurde (das Old Parliamenthouse
erfüllte seinen Zweck gerade mal für 60 Jahre)! Doch aller Häme zum Trotz, diese
Stadt ist besser als ihr Ruf! Die Anordnung der Straßen in Circles bzw. Circuits
um den Capital Hill als Zentrum, die weiten Blicke vom Capital Hill auf das
Umland und zahlreiche Parkanlagen sowie der künstlich angelegte See mitten in
der Stadt - all das macht Canberra zu einer angenehmen Stadt, in der man sich
rasch zurecht findet und wohl fühlt. Allerdings am Wochenende, wenn die
Regierungsgeschäfte ruhen, heißt es, gleiche Canberra einer Geisterstadt!

Das neue
Parlamentsgebäude (erbaut 1988)

Parlament

Parlament
Markantes Machtsymbol am Capital Hill: Der 88 m hohe Flaggenmast!

The National Museum of Australia
Wohl einzigartig auf der Welt: Beim Bau des Parlaments wurde die Kuppe des Hügels abgetragen und nach Fertigstellung als "grünes Dach" wieder aufgeschüttet. Die Australier können ihrer Regierung demzufolge ganz schön aufs Dach steigen!

The National Museum of Australia
Absolut sehenswert ist das Nationalmuseum (National Museum of Australia). Es wurde 2001 auf einer Halbinsel im Lake Burley Griffin errichtet und weckte schon auf Grund der auffälligen Architektur unser Interesse.

The National Museum of Australia
Das Nationalmuseum zeigt auf ansprechende Art und Weise nahezu alle Aspekte australischer Kultur und Geschichte, von den Ureinwohnern, über die Pioniere der Neuzeit bis hin zu gesellschaftlichen Entwicklungen und sportlichen Ereignissen.
Die Eingangshalle ist hell und übersichtlich gestaltet. Freundliche Guides helfen gerne weiter.

Aboriginart (trifft) auf Technik des "weißen Mannes"
Das Nationalmuseum versteht sich als kulturelles "Gedächtnis" Australiens. Die Gegenstände der Sammlung können nicht alle gleichzeitig präsentiert werden. Vielmehr lebt so eine Einrichtung von wechselnden Präsentationen. Man muss also damit rechnen, dass nicht alle Bereiche des Hauses ständig zugänglich sind. Absolut lohnend ist der Museumsshop. Dort gibt es Souvenirs, die ihr Geld wert sind!

Im National Museum of Australia